Bensheim

Webaccessibility - Barrierefreiheit

Barrierefreie und behindertengerechte Webprogrammierung = Zugänglichkeit

1) Barrierefreie Webprogrammierung

- manchmal auch Zugänglichkeit oder Accessibility genannt - ist die Kunst, Webseiten so zu programmieren, dass jeder mit jedem Ausgabegerät die Seiten lesen kann. Es geht also bei Barrierefreiheit nicht unbedingt um Behinderte, sondern auch insbesondere darum, dass die Roboter der Suchmaschinen die Inhalte einer Webseite ähnlich wie ein Lynx-Browser bzw. wie Blinde sehen.

Barrierefreie Pages sind durchgängig offen. Die Robots und Spider der Suchmaschinen können jede Seite indexieren, sie können jede einzelne Seite "bookmarken" oder darauf verlinken. Die Roboter der Suchmaschinen "sehen" die Inhalte einer Webseite ähnlich wie ein reiner Textbrowser (siehe Test 1 bei Prüfverfahren), eben wie Blinde. Falls also ein Textbrowser nichts Verwertbares darstellen kann, werden Suchmaschinen auch nichts Verwertbares indizieren können, im Klartext, Ihre schöne Page nützt Ihnen dann gar nichts bei der Auffindbarkeit im Netz.

2) Behindertengerechte Webseiten

Was kaum ein Sehender weiß: Dank spezieller Soft- und Hardware (z.B. Screenreader) ermöglicht das Internet blinden und sehgeschädigten Menschen Zugang zu Informationen aller Art. Ein Zugang mit Hindernissen, leider - viele Websites errichten durch Ihre Gestaltung unnötige Barrieren. In Deutschland sind allein 8 Millionen Menschen davon betroffen.

Den meisten Menschen ist klar, welchen Zweck Rollstuhlrampen haben. Hören sie hingegen den Ausdruck "barrierefreies Internet", sind viele ratlos. Dabei beschloss die bundesdeutsche Regierung schon im Mai 2001 das "Gleichstellungsgesetz für behinderte Menschen". Im Kapitel über Informationstechnik steht: "Ziel ist es, die Benutzeroberfläche so zu gestalten, dass vor allem sehbehinderte und blinde Menschen Zugang zum Internet haben." Diesen Aufgaben müssen sich nun insbesondere Behörden und Stadtverwaltungen stellen - darüber hinaus ist für viele Firmen ihr barrierefreier Webauftritt auch eine Prestigefrage.

Angebote für Menschen mit Behinderungen sind die Vorreiter bei der Umsetzung technischer Standards im Internet: Denn Web-Präsenzen, die zum Beispiel für Braillezeile und Screenreader zugänglich sind, sind auch über Handy, PDA oder Auto-Bordcomputer zu erreichen; der Nutzen für die Wirtschaft ist also hier ungleich höher als bei herkömmlichen Webseiten.

Es gibt nach internationalem Standard des w3c.org drei Prioritätsstufen hierfür:

Prioritäten

Jedem Checkpunkt wurde von der Arbeitsgruppe eine Prioritätsstufe zugeordnet, abhängig von seinem Einfluss auf die Zugänglichkeit. Prioritätsstufe 1 bedeutet ein "muss" für alle Checkpunkte, Prioritätsstufe 2 ein "sollte" und Stufe 3 ein "kann".

Für alle gilt:

Für barrierefreie und behindertengerechte Seiten gilt die Trennung von Inhalt und Darstellung per validiertes CSS, korrekte Programmierung nach dem W3C-Standard für html /xhtml, ohne Javascript oder Java sowie mit frei scalierbare Schrift. Für behindertengerechte Darstellung müssen die Seiten von Benutzern ohne Maus, mit niedrig auflösenden Bildschirmen, Schwarzweißbildschirmen, ohne Bildschirm, allein mit Sprach- oder Textausgabe usw. verwendbar sein.

Viele Unternehmen machen auch den Fehler, dass sie ihren Internetauftritt wie eine Broschüre behandeln und ausschließlich von Grafikern und evtl. plus Informatikern erstellen lassen. Die Regeln für eine erfolgreiche Präsentation im Internet sind aber völlig anders und es müssen völlig andere Kriterien beachtet und beherrscht werden. Eine Site muss lebendig und aktuell sein, damit die User immer wieder zurückkommen. "Als Faustregel für benutzerfreundliches Design gilt immer noch: so klassisch wie möglich, so modern wie nötig." Viele Webauftritte sind mit unnützen und sogar hinderlichen technischen Spielereien überfrachtet.

Weitere Informationen:

Rechtsverordnung zu barrierefreien und behindertengerechten Webseiten

Die Notwendigkeit zur Barrierefreiheit gilt auch bei PDF und Formularen

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